Phrygien

Auf den Spuren der Phrygier – Eine Wanderung durch Zentralanatolien ist eine Begegnung mit den ältesten Kulturen der Welt

Ruinen und Felsdenkmäler am Wegesrand, Schauplätze alter Kulturen und ungelöster Rätsel der Vergangenheit. Mythische und sagenumwobene Orte, um die sich Legenden ranken – die Route der Phrygier lädt zu einer Entdeckungsreise durch das inneranatolische Hochland ein.
Im Osten an Kappadokien, im Westen an Kütahya und im Norden an Ankara grenzend, erstreckt sich die historische Fernwanderroute über 400 Kilometer entlang des Sakarya Flusses. Ihren Namen hat sie vom antiken Phrygien. Die Phrygier waren ein Volk mit eigener Hochkultur, das im 8. Jahrhundert v. Chr. weite Teile Zentralanatoliens besiedelte  und beherrschte. Den Höhepunkt seiner Macht erlangte das Reich unter König Midas um 710 v. Chr. Neben Gordion, der Hauptstadt Phrygiens, stellten Pessinus (Ballihisar) und Midas (Yazilikaya) weitere wichtige Siedlungszentren dar.

Faszinierende Höhlenkirchen, gigantische Felsskulpturen und Denkmäler sowie unzählige Tumuli (Hügelgräber) sind die heutigen stummen Zeugen des einst prosperierenden Großreiches. Ein Zeugnis dieser Zeit ist der Ausdruck „Gordischer Knoten“, der einer Legende zufolge in der Wirkungszeit der Phrygier entstand. Es handelte sich um kunstvoll verknotete Stricke, die das Zugjoch des Streitwagens des phrygischen Königs Gordios untrennbar mit der Deichsel verbinden sollten. Wem es gelänge, die Knoten zu lösen, der würde der Sage nach die Herrschaft über ganz Asien erringen. Viele Männer versuchten sich an dieser Aufgabe und schließlich war es Alexander der Große, der die Verknotungen mit seinem Schwert durchhieb und so den Siegeszug durch Asien einläutete.

Die phrygische Route wurde von Hüseyin Sari und einem kleinen Team von FRIGKÜM (Gemeinschaft zum Schutz und Aufbau des phrygischen Kulturerbes) erforscht und gemäß europäischer Normen beschildert. Als Herberge nach einem langen Marsch kann der Wanderer zwischen Zimmern in idyllischen und ursprünglichen Dörfern, Pensionen oder romantischen Campingplätzen im Gönüs Tal wählen.

Über drei Startpunkte kann man auf die Entdeckungsreise durch die phrygischen Täler gelangen – Gordion (Polatli, Ankara), Seydiler (Afyonkarahisar) und Yenice Ciftligi (Kütahya). Am besten für die Wanderung sind das Frühjahr zwischen Februar und Mai oder der Herbst zwischen September und November geeignet, wenn die Hitze nicht mehr so stark ist. Die beste Erfrischung für die langen Märsche hält dabei die Natur bereit – zahlreiche Brunnen und Quellen mit kristallklarem Wasser säumen den Weg.

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