Safranbolu

Safranbolu – Wo die schönste osmanische Architektur ihre Heimat hat

Safranbolu
Bild: Wikipedia

Was Safran ist, weiß in Deutschland dank des gleichnamigen Kinderliedes jedes Kind. Safranbolu, die türkische Stadt, die dieses Gewürz im Namen trägt, sollte man nicht nur deswegen unbedingt entdecken. Denn die schönsten Beispiele osmanischer Hausarchitektur findet man in dieser kleinen, im nördlichen zentralen Anatolien gelegenen Stadt. Sie sind auch die wichtigsten Gründe dafür, dass Safranbolu bereits seit 1994 in der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO steht.

Zur Entstehung des Namens Safranbolu gibt es verschiedene Theorien, aber eigentlich ist es ganz einfach: Das wunderbare Safran-Gewürz, einst als gelbes Blütenmeer sichtbar um die Stadt gruppiert, gibt Safranbolu ihren Namen. Und diesen Namen sollte man, wenn man dort ist, unbedingt mit einem „lokum“, einer türkischen Süßigkeit mit Safran, genießen. Die lokums von Safranbolu sind gewissermaßen die lokums schlechthin und daher ein Muss als Geschenk oder Mitbringsel von jeder Reise in dieses städtische Kleinod Anatoliens.

Safranbolu ist einer der wenigen Orte der Türkei, die eine beeindruckende mittelalterlich anmutende Atmosphäre bewahrt haben. Die Stadt galt als der „Hinter-Garten" des Topkapi-Palastes in Istanbul, da viele Bewohner als Bäcker oder in der Lederverarbeitung im Palast arbeiteten. Einige stiegen sogar in höhere Ämter auf und waren berühmt für ihre Handwerkskunst. So flossen die Gelder in das Dorf und die Bewohner konnten sich prächtige Residenzen und osmanische Villen errichten.

Besonders kann diese mittelalterliche Pracht an den Wohnhäusern bestaunt werden, die meist dreigeschossig sind. Auf einem aus Steinen errichteten Erdgeschoss sitzen zwei weitere Stockwerke, die aus verputztem Fachwerk bestehen, das sich aus recht schmalen Fächern zusammensetzt. Die schönsten Beispiele dieser osmanischen Architektur Safranbolus kann man heute glücklicherweise meist als Hotels bewohnen, weshalb sich ein Besuch der Stadt besonders lohnt. Auch die Museen Safranbolus sind begehbare Zeugnisse der traditionsreichen Architektur der Stadt.  Zum Beispiel das „Kaymakamlar Müze Evi“, ein Museumshaus, in dem die Historie des Alltags-Lebens der Safranboluer umfangreich präsentiert wird.

Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt mit ihren vielseitigen kulturellen Angeboten gehören auch die Basare; insbesondere „Demirciler Carsisi“, ein Basar voller Läden, die handgemachte Produkte aus Eisen und vielen anderen Metallen verkaufen. Bei einem Besuch dieses Basars kann man sich die vielfältige handwerkliche Tradition Safranbolus erschließen. Denn man erfährt hier, dass jede Türklinkenform eine besondere Bedeutung hat. Die beflissenen Verkäufer, die man auch als Künstler ansehen kann, können diese Bedeutungsvielfalt außergewöhnlich tiefgreifend erklären.

Man kann in Safranbolu neben diesen Erkenntnissen über das Handwerk vor allem aber eines gewinnen: ein Gefühl für die Schönheit der Gegenwart der Vergangenheit. Und das ist allemal das beruhigendste Gefühl, das es gibt.

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