Sapanca

Sapanca Gölü – wo die wahre Erholung ihren Ort gefunden hat

Wenn die Istanbuler sich von ihrem ereignisreichen Leben in der pulsierenden Metropole ein wenig entspannen wollen, dann zieht es sie hinaus zum Sapanca Gölü. Der etwa 15 Kilometer von Izmit, der traditionsreichen Hafenstadt am Marmara Meer, entfernt gelegene See ist mit seiner blauschimmernden Schönheit eines der beliebtesten Naherholungsgebiete in der Region und außerdem verkehrsgünstig über die Autobahn Istanbul-Ankara zu erreichen. Der tektonische See mit seiner beeindruckenden Uferlandschaft ist nicht nur deswegen, sondern auch wegen der jährlichen Wettkämpfe im Surfen, Segeln und Rudern über die Grenzen der Türkei hinweg bekannt geworden.

Die nach einer siedlungsintensiven Phase eingeführten schärferen Umweltkontrollen um den See haben in den vergangenen Jahren außerdem enorm dazu beigetragen, dass die Wasserqualität geschützt und die Gegend als Ziel für Tagesausflüge und Wochenendurlaube in ihrer bezaubernd natürlichen Schönheit erhalten und gleichzeitig weiterentwickelt werden konnte.
Besonders für Fischer und Angler sind See und Fluss-Umgebung mittlerweile zum absoluten Eldorado geworden. Denn man kann hier neben Hechten, Barschen, Karpfen und Wels sogar Lachse fangen. Die kommen überwiegend als Flüchtlinge aus am Schwarzen Meer angesiedelten Fischfarmen durch die Flussverbindungen zum See geschwommen.

Im Frühjahr und Herbst sind am Sapanca See auch häufig große Vogelschwärme zu beobachten, die hier auf dem Vogelzug nach Süden ihre Rast einlegen.

Mittlerweile sind um den See herum etliche Wellness Hotels entstanden und die touristische Infrastruktur ist neuerdings auch um ein Fünf-Sterne-Hotel erweitert worden. Weitere Wellness-Anlagen sind in der Erholungsregion projektiert oder bereits im Bau. Eine Ausgeburt ursprünglicher Wellness ist das Kuzulu Thermalbad, in dem sich pro Minute 21 Liter 80 Grad Celsius heißen Wassers in die Becken ergießen. Dieses Wasser vollbringt wahre Wunder. Es hat positive Auswirkungen auf Leber, Galle, Nieren und Magen, hilft bei Rheuma und neurologischen Verstimmungen sowie gegen Diabetes. Und in der Region warten weitere Quellen auf ihre Erschließung.

Das nahe dem Sapanca gelegene Izmit ist übrigens nicht nur einfach eine Hafenstadt. Dort lässt sich dank der frühen Bautätigkeit des hier im Jahre 284 zum Kaiser erhobenen Diokletian seine prächtige Palast-Residenz bestaunen. Außerdem sehenswürdig: Das Izmit Kalesi, ein aus der römischen Epoche stammendes Kastell; Av Köskü, ein zweistöckiges barockes Jagdschlösschen, das von Sultan Abdülaziz erbaut wurde und heute ein Museum mit vielen persönlichen Gegenständen des Sultans ist.
Wenn man den Sapanca Gölü und die damit verbundene Region besuchen will, sollte man unbedingt auch die römische Sangarius Brücke des Kaisers Justinian besichtigen, die eine präzise Vorstellung davon vermittelt, was die römische Brückenbaukunst des 5. Jahrhunderts bereits leistete. Die Brücke mit einer beachtlichen Länge von 429 Metern ist unweit der Stadt Adapazari, ein wichtiger Knotenpunkt zwischen Istanbul und Ankara, gelegen.

Sie sollte damals zur Verbesserung der Kommunikation zwischen der Hauptstadt Konstantinopel und den Ostprovinzen des römischen Reiches dienen. Und irgendwie tut sie es ja auch heute noch. Wo hat man das sonst noch: Ein Bauwerk, das seit weit über tausend Jahren seinen Zweck erfüllt.

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